Traufräulein - Hochzeitsplanung & Freie Trauung

Wie decke ich einen Hochzeitstisch richtig ein?

Was ist ein Platzteller, wie positioniere ich am besten den Blumenschmuck auf den Tischen und auf welcher Seite des Tellers liegt eigentlich noch mal das Messer?

Fragen über Fragen die man sich stellt, wenn man einen (Hochzeits-) Tisch für ein Festmahl eindecken möchte.

Auch wenn in den meisten Locations der Caterer oder die Dekorateurin das Eindecken der Tische übernimmt ist es immer gut zu wissen, warum welcher Gegenstand überhaupt dort liegt und welchen Sinn er hat.

Wer sich besonders gut mit dieser „Tischkultur“ auskennt, ist die liebe Anja von Goldrösschen, die im folgenden Gastbeitrag alle Fragen rund um das Thema „Tische eindecken“ beantwortet.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Tischdecke
Bei größeren Festen wird traditionell eine weiße Tischdecke aufgelegt, welche etwa 20 cm über die Tischkante hängen sollte. Unter die Tischwäsche wird ein Moltontuch gebreitet, um die Geräusche des Porzellans und Bestecks zu dämpfen. Durch die Tischdekoration und die Blumen werden farbliche Akzente gesetzt.

 

Tischschmuck
Die Dekoration bzw. Tischblumen sollten so ausgerichtet werden, dass sie den Blick auf den Tischnachbarn nicht behindern oder sogar die Unterhaltungen beeinträchtigen.

 

Das Tischgedeck
Unter einem Tischgedeck werden alle Utensilien zusammengefasst, die pro Teilnehmer eingedeckt werden. Darunter fällt unter anderem Porzellan, Besteck und Gläser.
Zum Eindecken wird die sogenannte „Grundlinie“, welche 1 – 2 cm parallel zur Tischkante verläuft, als Basis genommen. An dieser Grundlinie werden Platzteller, Besteck und Gläser ausgerichtet.

Für ein mehrgängiges Menü sollte pro Gast mindestens 70 cm Platz eingeplant werden. Beachtung sollten hier auch die Größe der Stühle sowie eventuell störende Tischbeine finden.

 

Platzteller
Platzteller werden direkt zu Beginn eingedeckt und verbleiben während des gesamten Essens auf dem Tisch. Sie dienen ausschließlich Dekorationszwecken und werden niemals zum Essen genutzt. Früher nutze man zur Vermeidung von lauten Geräuschen während des Essens sogenannte Klapperdeckchen auf den Platztellern, die heute jedoch selten zum Einsatz kommen.

 

Porzellan
Gemäß der festgelegten Speisenfolge werden nun die einzelnen Gänge aufgetragen. Diese unterteilen sich normalerweise in Suppenteller oder -tasse, Vorspeisen Teller, Hauptgang und Dessert Teller. Nach jedem Gang wird das benutzte Geschirr mit dem dazugehörigen Besteck abgeräumt.

 

Brotteller
Der Brotteller wird immer links oben mit einem kleinen Buttermesser platziert. Es gilt als unhöflich, sich direkt eine ganze Scheibe Brot zu schmieren. Vielmehr wird jeweils ein mundgerechtes Stück Brot mit den Händen abgerissen und mit Butter bestrichen.

 

Besteck
Für jeden geplanten Gang werden die benötigten Besteckteile normalerweise im Vorfeld eingedeckt. Dabei werden die Bestecke, die mit der rechten Hand genutzt werden auch auf der rechten Seite platziert, diejenigen Teile, die mit der linken Hand benutzt werden auf der linken Tellerseite. Die zuerst benötigten Bestecke liegen immer außen. Bei jedem neu servierten Gang wird also wieder das Äußerste Besteck genutzt.

Messer werden immer mit der scharfen Schneide in Richtung Teller gelegt, damit sich niemand unabsichtlich daran verletzen kann.
Sofern das Menü sehr viele einzelne Gänge vorsieht, wird manchmal auch das passende Besteck mit dem jeweiligen Gang serviert, um den Tisch nicht zu überfrachten.

 

Brotmesser
Das kleine Brotmesser ist durch seine abgerundete Klingenform ideal zum Streichen von Butter und Aufstrich geeignet.  Die Klinge ist meist breit und stabil und nur mäßig scharf. Durch seine Größe passt es optimal auf den kleinen Brotteller, welcher immer auf der linken Tellerseite oberhalb der Bestecke platziert wird.

 

Vorspeise oder Dessert Besteck
Das Vorspeise oder Dessert Besteck ist die kleinere Ausgabe des Menü Bestecks und besteht aus Dessertgabel, Dessertlöffel und Dessertmesser. Speziell in wärmeren Ländern wie Spanien oder Italien wird das kleinere Besteck gerne für die Zwischengänge genutzt. In Deutschland findet das Vorspeise-Besteck ebenfalls beim Brunchen oder für leichte Zwischengänge wie Salate seinen Einsatz.

 

Suppenlöffel (oder auch Menülöffel)
Der Löffel in jeglicher Form ist das älteste Essbesteck der Menschen und wurde der schöpfenden Hand nachempfunden. In alten Zeiten wurde hieraus sowohl gegessen als auch getrunken. Den oberen runden Teil des Löffels nennt man bis heute „Laffe“, welches das althochdeutsche Wort für schlürfen, schlecken ist. Früher wurde das Essens-Werkzeug aus Holz oder Stein hergestellt, heute findet man hauptsächlich Edelstahl Bestecke, welche teilweise farbig veredelt werden. Silberbestecke, welche früher in jede Aussteuer einer Braut gehörten, findet man heute nur noch selten im täglichen Gebrauch.

 

Fischbesteck
Fischbesteck setzt sich aus einer Fischgabel und einem Fischmesser zusammen. Die Fischgabel hat breitere Zinken als die herkömmliche Menügabel sowie eine tiefere Mittelzinke mit einem kleinen Loch. Durch diese spezielle Formgebung lässt sich das Fischfleisch leichter von den Gräten trennen. Mit der tieferen Mittelzinke werden Gräten problemlos aus dem Fleisch gelöst. Das besonders flache Fischmesser trennt das Fischfleisch von Haut und Gräten ohne es zu beschädigen. Das Messer hat statt der Schneide eine angeprägte, stumpfe Facette. Damit wird das Fischfleisch nicht geschnitten, sondern vorsichtig zerteilt. Ebenfalls wird so verhindert, dass Gräten unabsichtlich klein geschnitten und verzehrt werden.

 

Menübesteck
Ein vollständiges Menübesteck besteht aus Menügabel, Menülöffel und Menümesser. Die Menügabel hat in Europa meist 4 Zinken, die gleichmäßig geformt und angeschliffen sind. Ursprünglich wurde die Gabel im christlichen Mitteleuropa als Werkzeug des Teufels angesehen und aus diesem Grund nicht verwendet. Erst im 16. Jahrhundert kam sie zunehmend als Essbesteck in Mode.

Das Messer als Stein-Werkzeug für die Menschen ist vermutlich so alt wie der Ess-Löffel. Anfänglich wurde es nicht zum Essen genutzt sondern zum vorherigen Zerkleinern des Essens in mundgerechte Portionen, welches dann mit den Händen zum Mund geführt wurde. Das Messer war wie der Löffel ein persönlicher Gegenstand; man trug beide zusammen in einem Lederfutteral -dem Besteck- am Gürtel.

 

Gläser
Für jeden Gast stehen rechts oben die passenden Gläser bereit. Ganz rechts außen findet sich das Wasserglas, welches während des gesamten Menüs genutzt wird. Dem folgt ein Weißwein Glas und dann das Rotwein Glas. Bei Bedarf wird bereits ein Glas für das Dessert mit eingedeckt (Champagner oder süßer Wein).

Das Glas für den Hauptgang (normalerweise das Rotweinglas) ist das sogenannte „Richtglas“ und wird immer über dem Menümesser platziert. Alle anderen Gläser werden daran ausgerichtet.

 

Illustration und Foto: Tiffany J. Maassen
Floristik: Ramona Kuhning von der Ideenschmiede
Porzellan: Goldröschen

 

Über 

0 Kommentare

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.